Kurzantwort: Laub ist ein loser hinderlicher Naturstoff – du darfst es straffrei entfernen, solange sich dein Ball dabei nicht bewegt. Frost und Tau sind keine losen hinderlichen Naturstoffe und dürfen von der Lage nicht entfernt werden. Bei Schnee und Eis darfst du wählen: wegräumen oder als zeitweiliges Wasser straffrei Erleichterung nehmen. „Besserlegen“ gilt nur, wenn dein Club die Platzregel dafür in Kraft gesetzt hat.

Laub

darfst du überall entfernen – auch im Bunker und in der Penalty Area

Frost

ist kein loser hinderlicher Naturstoff – wegwischen verboten

Schnee

ist deine Wahl: wegräumen oder als zeitweiliges Wasser behandeln

E-3

heißt die Muster-Platzregel für Besserlegen – nur gültig, wenn dein Club sie einsetzt

Darf ich Laub um meinen Ball entfernen?

Ja. Laub zählt zu den losen hinderlichen Naturstoffen. Du darfst es straffrei und auf jede Art entfernen – mit der Hand, dem Schläger oder einem Handtuch, sogar im Bunker und in der Penalty Area.

Aber Vorsicht: Bewegt sich dein Ball dabei, musst du ihn zurücklegen und bekommst in der Regel einen Strafschlag. Nur auf dem Grün ist das straffrei.

Tipp: Laubhaufen, die zum Abtransport zusammengerecht wurden, sind automatisch Boden in Ausbesserung. Liegt dein Ball darin, bekommst du straffreie Erleichterung.

Gibt es eine „Laubregel“, wenn der Ball verschwunden ist?

Nicht in den offiziellen Golfregeln. Findest du deinen Ball im Laub nicht innerhalb von drei Minuten, ist er verloren – mit Schlag und Distanzverlust. Manche Clubs erklären im Herbst stark belaubte Bereiche per Platzregel zu Boden in Ausbesserung. Ob das bei dir gilt, steht am Aushang oder auf der Scorekarte.

Was gilt bei Frost und Tau?

Frost und Tau sind ausdrücklich keine losen hinderlichen Naturstoffe. Du darfst sie nicht von der Lage oder deiner Spiellinie entfernen, um deine Bedingungen zu verbessern (Regel 8.1a). Wer die Lage freiwischt, kassiert die Grundstrafe.

Erlaubt ist dagegen, den Ball zu säubern, wenn du ihn aufnehmen darfst – etwa auf dem Grün nach dem Markieren. Wie Nässe deinen Spin verändert, zeigt unser Beitrag Nasser Ball, nasse Schlagfläche.

Und bei Schnee und Eis?

Hier hast du die Wahl. Schnee und natürliches Eis (außer Frost) darfst du entweder als losen hinderlichen Naturstoff wegräumen. Oder du behandelst sie, wenn sie am Boden liegen, als zeitweiliges Wasser – dann darfst du straffrei Erleichterung nehmen.

Situation Erlaubt? Was du beachten musst
Laub um den Ball wegräumen Ja Bewegt sich der Ball, Strafschlag (außer auf dem Grün)
Ball in zusammengerechtem Laubhaufen Straffreie Erleichterung Gilt als Boden in Ausbesserung
Ball im Laub nicht gefunden Ball verloren Schlag und Distanzverlust – außer dein Club hat eine Platzregel
Frost oder Tau von der Lage wischen Nein Verbesserung der Bedingungen (Regel 8.1a)
Schnee oder Eis Ja, deine Wahl Wegräumen oder als zeitweiliges Wasser Erleichterung nehmen
Ball im Aerifizierloch Nur mit Platzregel Muster-Platzregel E-4 – sonst spielen, wie er liegt
Ball auf dem Fairway besserlegen Nur mit Platzregel Muster-Platzregel E-3, Abstand legt der Club fest

Was bedeutet „Besserlegen“ genau?

Besserlegen heißt in den Golfregeln „bevorzugte Lage“ (Muster-Platzregel E-3). Ist sie in Kraft, darfst du deinen Ball auf dem Fairway markieren, aufnehmen, säubern und innerhalb einer festgelegten Fläche neu hinlegen – nicht näher zum Loch.

Wie groß diese Fläche ist, entscheidet dein Club: eine Scorekartenlänge, 15 cm oder eine Schlägerlänge sind üblich. Nach Empfehlung der USGA sollte die Regel in der Regel nur auf dem Fairway des gespielten Lochs gelten. Und: Hast du den Ball einmal hingelegt, ist er im Spiel. Ein zweites Mal aufnehmen ist nicht erlaubt.

Manche Clubs gehen im Winter weiter und erlauben, den Ball auf dem Fairway aufzuteen, um die Grasnarbe zu schonen. Auch das ist eine Club-Entscheidung – lies vor der Runde immer den Aushang.

Was gilt für Wintergrüns und Wintertees?

Wenn ein Sommergrün ohne Fahne ist, ist es gesperrt – dann wird das Wintergrün angespielt. Bei Frost schicken viele Clubs alle Spieler auf die Wintergrüns, bis die Sommergrüns aufgetaut sind. Abgeschlagen wird nur dort, wo Markierungen stehen.

Für dein Handicap kann das eine Rolle spielen. In England dürfen laut England Golf höchstens zwei temporäre Grüns auf 18 Löchern genutzt werden, damit eine Runde fürs Handicap zählt. Wie dein Club und der DGV das in Deutschland handhaben, erfährst du im Sekretariat.

Was heißt das für dein Spiel?

  1. Vor der Runde den Aushang lesen: Besserlegen, Laubregel, Wintergrüns und Aerifizierlöcher sind alles Platzregeln.
  2. Ball gut markieren: Im Herbstlaub verschwinden Bälle schneller. Ein auffälliger Ball oder eine klare Markierung spart Suchzeit und Strafschläge.
  3. Laub vorsichtig entfernen: Von außen nach innen, nie direkt am Ball anfangen.
  4. Frost liegen lassen: Auch wenn es verlockend ist – wegwischen kostet zwei Schläge im Zahlspiel.
  5. Distanzen anpassen: Kälte kostet Weite. Wie viel, zeigt Golf im Herbst – so viel Weite kostet dich das Wetter.

FAQ

Darf ich Blätter im Bunker entfernen?

Ja. Lose hinderliche Naturstoffe wie Laub darfst du seit 2019 auch im Bunker entfernen. Bewegt sich dabei der Ball, gibt es einen Strafschlag.

Darf ich Raureif von meiner Puttlinie wischen?

Nein. Frost ist kein loser hinderlicher Naturstoff. Ihn zu entfernen verbessert deine Bedingungen und ist nach Regel 8.1a verboten.

Ist Schnee ein loser hinderlicher Naturstoff?

Du hast die Wahl: Schnee und natürliches Eis darfst du wegräumen oder, wenn sie am Boden liegen, als zeitweiliges Wasser behandeln und straffrei Erleichterung nehmen.

Wie weit darf ich beim Besserlegen den Ball versetzen?

Das legt dein Club in der Platzregel fest – üblich sind 15 cm, eine Scorekartenlänge oder eine Schlägerlänge, nie näher zum Loch.

Weiterlesen: Warme Golfbälle – mehr Weite oder Mythos? · Golf-Mythen, die du vergessen solltest · Golftraining im Winter

Quellen: USGA – Fall Golf: Loose Impediments and Abnormal Conditions · USGA – Winter Rules · MGA – Regeln bei Kälte · National Club Golfer – Wintergrüns & Handicap · Beispiel einer Club-Winterregelung (PDF)

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