Kurzantwort: Weniger als gedacht – solange die Schale intakt ist. In einer 2023 veröffentlichten Studie flogen Pro V1, die bis zu zwölf Monate in einem Teich lagen, praktisch genauso wie neue Bälle; bei der Gesamtweite zeigte sich nur ein Trend von rund einem Yard. Die USGA hält bei unbeschädigter Schale ein bis zwei Jahre ohne großen Leistungsverlust für plausibel. Titleist warnt dagegen, weil man nie weiß, wie lange ein Ball im Wasser lag. Alte, trocken gelagerte Bälle werden über die Jahre etwas härter, für Freizeitgolfer meist ohne spürbaren Unterschied.
12 Monate
im Teich – ohne messbaren Leistungsverlust in der Studie
~1 Yard
Trend zu weniger Gesamtweite bei versenkten Bällen
1–2 Jahre
ohne großen Verlust bei intakter Schale (Einschätzung USGA)
90 → ~100
Kompression eines modernen Balls nach 2–3 Jahren Lagerung (MyGolfSpy)
Verlieren Lake Balls an Weite?
Die bisher beste Studie sagt: kaum. Thomas Raffel und Patrick Long haben neue Titleist Pro V1 in einem Teich an der Oakland University (Michigan) versenkt – für 1, 3, 5 und 12 Monate. Danach wurden sie mit einem Roboter gegen frisch ausgepackte Bälle getestet, insgesamt 143 Schläge. Die Ergebnisse wurden 2023 im International Journal of Golf Science veröffentlicht.
| Messwert | Bis zu 12 Monate im Teich vs. neu |
|---|---|
| Streuung beim Carry | kein signifikanter Unterschied |
| Seitliche Abweichung | kein signifikanter Unterschied |
| Gesamtweite | Trend zu rund 1 Yard weniger |
| Vergilbung der Schale | zeigt die Zeit im Wasser an, hängt aber nicht mit der Leistung zusammen |
Quelle: Raffel & Long (2023) via Today’s Golfer und GOLF.com.
Wichtig zur Einordnung: Die Studie wurde laut GOLF.com teilweise von einer Firma finanziert, die Bälle aus Gewässern taucht. Getestet wurde nur ein Premium-Ball, in einem einzigen Teich, mit Bällen, die vorher neu und unbeschädigt waren.
Warum hält sich der Mythos vom vollgesogenen Ball?
Weil ältere Untersuchungen zeigten, dass manche Bälle fast sofort Wasser aufnehmen. Im Netz kursieren außerdem Zahlen wie „nach drei Monaten 10–12 Yards weniger“ – meist ohne nachvollziehbare Quelle. Moderne Premium-Bälle haben dichtere Schalen und Beschichtungen, die laut den Studienautoren besser gegen Wasser schützen.
Die Hersteller bleiben vorsichtig: Titleist sagt, ein Ball mit unbekannter Zeit im Wasser habe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, nicht wie vorgesehen zu funktionieren. John Spitzer von der USGA hält bei unbeschädigter Schutzschicht ein bis zwei Jahre ohne deutlichen Leistungsverlust für plausibel, betont aber, dass die USGA das nicht umfassend untersucht hat.
Werden alte Golfbälle im Keller schlechter?
Ein bisschen. Laut MyGolfSpy kann ein moderner Ball mit Kompression 90 nach zwei bis drei Jahren Lagerung bei etwa 100 liegen, danach flacht die Veränderung ab. Der Ball wird also etwas härter. Für die meisten Freizeitgolfer ist das nach wenigen Jahren kaum spürbar. Sehr alte Bälle – zehn Jahre und mehr – sind für ernsthaftes Spiel eher nichts mehr.
Viel stärker als das Alter wirkt die Temperatur beim Spielen: Ein ausgekühlter Ball fliegt deutlich kürzer. Mehr dazu in Warme Golfbälle im Herbst.
Worauf solltest du bei gebrauchten Bällen achten?
| Prüfpunkt | Warum |
|---|---|
| Schale ohne Risse, Schnitte oder Abrieb | Nur eine intakte Schale hält Wasser vom Kern fern |
| Beste Qualitätsstufe (z. B. „Mint“, „Pearl“, „AAAAA“) | Weniger Gebrauchsspuren, Bälle meist kürzer im Umlauf |
| Keine „refinished“ Bälle | Neu lackierte Bälle können sich anders verhalten als das Original |
| Ein Modell, nicht gemischt | Gleiche Bälle = gleiches Flug- und Spinverhalten |
Was heißt das für dein Spiel?
- Gebrauchte Premium-Bälle sind eine Option: Ein guter gebrauchter Urethan-Ball ist oft besser als ein neuer Billigball – besonders bei Nässe, siehe Spin bei Nässe.
- Den eigenen Wasserball weiterspielen: Ein Ball, den du nach ein paar Minuten aus dem Teich holst, ist laut allen Quellen unbedenklich.
- Turnierbälle neu kaufen: Wenn es auf jeden Meter ankommt, sind neue Bälle aus einer Packung die sichere Wahl.
- Richtig lagern: Trocken, bei Zimmertemperatur, nicht im Kofferraum.
- Ein Ballmodell spielen: Konstanz bringt mehr als der Unterschied zwischen neu und gebraucht. Welcher Ball passt, liest du in Die besten Golfbälle 2026.
FAQ
Verlieren Lake Balls an Weite?
In einer 2023 veröffentlichten Studie flogen Pro V1, die bis zu zwölf Monate im Teich lagen, praktisch genauso wie neue Bälle. Bei der Gesamtweite zeigte sich nur ein Trend von rund einem Yard. Voraussetzung ist eine unbeschädigte Schale.
Wie lange halten Golfbälle?
Ungespielt und trocken gelagert mehrere Jahre. Sie werden mit der Zeit etwas härter – laut MyGolfSpy kann die Kompression nach zwei bis drei Jahren von 90 auf etwa 100 steigen. Für die meisten Golfer ist das kaum spürbar.
Kann ich meinen Ball weiterspielen, wenn er kurz im Wasser war?
Ja. Ein Ball, der nur kurz im Wasser lag, ist laut allen Quellen unbedenklich.
Woran erkenne ich einen guten gebrauchten Ball?
Die Schale ist ohne Risse, Schnitte und Abrieb, der Ball stammt aus der besten Qualitätsstufe und wurde nicht neu lackiert.
Weiterlesen: Warum Golfball-Fitting immer wichtiger wird · Golf-Mythen, die du vergessen solltest · Der ultimative Golfball-Guide
Quellen: Today’s Golfer – Pond-Studie mit Pro V1 · GOLF.com – Golf balls underwater performance · MyGolfSpy – Do Golf Balls Go Bad? · Golf News Net – ältere Angaben zu Wasserbällen


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