Kurzantwort: Ja, teen lohnt sich auf dem Par 3 – aber nicht für mehr Weite. Im Test mit 15 Golfern flog das Eisen 7 vom Tee sogar einen Yard kürzer, dafür mit rund 200 U/min mehr Spin, höher und steiler landend. Das größere Problem ist die Schlägerwahl: Golfer mit Handicap 20 bis 28 landen auf Par 3s in fast der Hälfte der Fälle zu kurz, zu lang dagegen nie mehr als in rund 10 %.

+200 U/min

mehr Spin mit dem Eisen 7 vom Tee (MyGolfSpy Labs)

~50 %

der Par-3-Abschläge landen bei Handicap 20–28 zu kurz (Arccos)

≤ 10 %

zu lang – in keiner Handicap-Gruppe mehr (Arccos)

9–14 m

liegen typischerweise zwischen bestem und durchschnittlichem Eisenschlag

Bringt ein Tee auf dem Par 3 mehr Weite?

Nein. MyGolfSpy Labs ließ 15 Golfer mit ihrem eigenen Eisen 7 je 30 Bälle schlagen – abwechselnd fünf vom Tee und fünf vom Boden, dreimal hintereinander. Die Erwartung war mehr Weite vom Tee. Das Ergebnis war das Gegenteil: Der Carry war vom Tee im Schnitt einen Yard kürzer, die Gesamtweite zwei Yards.

Warum du trotzdem teen solltest

Weil sich die Flugkurve ändert. Vom Tee hatten die Bälle rund 200 U/min mehr Spin, flogen höher und kamen steiler herunter. Genau das hilft, den Ball auf einem harten oder schnellen Grün zum Stehen zu bringen.

Dazu kommt die Lage: Auf einem Tee hast du immer eine perfekte Lage, ohne Divots, Sand oder nasses Gras zwischen Schläger und Ball. Gerade im Herbst, wenn die Abschläge feucht und zertreten sind, ist das ein echter Vorteil.

Ausnahme: Willst du den Ball bewusst flach halten, etwa bei starkem Gegenwind, kann ein Schlag vom Boden sinnvoller sein.

Wie hoch sollte das Tee beim Eisen sein?

Nur so hoch, dass der Ball wie auf einer perfekten Lage liegt – also knapp über dem Gras. Wer jedes Mal exakt die gleiche Höhe will, nimmt ein Stufentee wie die Castle Tees 10 mm. Wie viel die Teehöhe beim Driver ausmacht, liest du in 70-mm-Tees: Shortcut zu mehr Weite?

Wo landen Amateure auf dem Par 3?

Zu kurz. MyGolfSpy hat Arccos-Daten von rund 668.000 gespielten Par-3-Löchern von mehr als 13.000 Golfern ausgewertet. Das Muster ist eindeutig:

Kennzahl Scratch Handicap 20–28
Grün zu kurz verfehlt rund 20 % fast 50 %
Grün zu lang verfehlt max. rund 10 % max. rund 10 %
Durchschnitt pro Par 3 +0,21 über Par +0,85 über Par
Par gerettet nach verfehltem Grün rund 40 % 13,3 % (Handicap 20)

Wer kurz verfehlt und nur in jedem siebten Fall das Par rettet, schreibt sehr oft ein Bogey. Auf vier Par 3s pro Runde summiert sich das schnell zu mehreren Schlägen.

Warum sind wir so oft zu kurz?

Weil wir den Schläger nach unserem besten Schlag wählen, nicht nach dem durchschnittlichen. Zwischen dem besten und dem normalen Schlag mit einem Eisen liegen laut der Auswertung oft 10–15 Yards (9–14 m).

Ein Beispiel: Dein Eisen 7 fliegt im besten Fall 142 m, normal aber eher 128 m. Bei einem Par 3 über 135 m nimmst du das Eisen 7 – und landest im Normalfall vor dem Grün.

Was heißt das für dein Spiel?

  1. Nach Durchschnitt wählen, nicht nach Bestwert: Kenn deine durchschnittliche Carry-Weite mit jedem Eisen – nicht deinen Rekord.
  2. Im Zweifel einen Schläger mehr: Und mit etwa 80 % kontrolliert schwingen. Zu lang passiert laut Daten kaum.
  3. Ziel nach Fahnenposition: Fahne hinten – auf die Fahne oder dahinter zielen. Fahne vorne – Grünmitte anspielen.
  4. Immer teen: Nicht für Weite, sondern für eine perfekte Lage und mehr Kontrolle.
  5. Im Herbst nachrechnen: Kälte kostet zusätzlich Weite – siehe Golf im Herbst.

FAQ

Sollte ich auf einem Par 3 den Ball auf ein Tee legen?

Ja, in den meisten Fällen. Im Test brachte das Tee zwar keine Weite, aber rund 200 U/min mehr Spin, einen höheren Ballflug und einen steileren Landewinkel – plus eine immer perfekte Lage.

Wie hoch sollte ich mein Eisen teen?

Nur knapp über dem Gras, so dass der Ball wie auf einer perfekten Fairway-Lage liegt.

Warum landen Amateure auf Par 3s so oft vor dem Grün?

Weil sie den Schläger nach ihrem besten Schlag wählen. Zwischen bestem und durchschnittlichem Eisenschlag liegen oft 9–14 m.

Wie viele Schläge über Par spielen Amateure auf Par 3s?

Laut Arccos-Daten spielen Scratch-Golfer im Schnitt +0,21 pro Par 3, Golfer mit Handicap 20 bis 28 rund +0,85.

Weiterlesen: Wie weit schlagen Amateure wirklich? · Welcher Schläger kostet dich die meisten Schläge? · Coffee Tees 2026

Quellen: MyGolfSpy Labs – Should You Tee Up The Ball On A Par-3? · MyGolfSpy – You’re Playing Par-3s Wrong (Arccos-Daten)

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