Kurzantwort: Der Schaft entscheidet mit über Abflug, Spin, Treffmoment und Streuung. In Tests veränderte allein die Flex die Länge um bis zu 20 Yards, und zwar bei jedem Golfer anders. Die vier wichtigsten Werte sind Flex (L, A, R, S, X), Gewicht in Gramm, Kickpoint und Torque in Grad. Die Schwunggeschwindigkeit ist ein guter Startpunkt, ersetzt aber kein Fitting. Mit dem Schaft-Finder unten bekommst du ein markenunabhängiges Startprofil.

22 Yards

Längenunterschied nur durch die Flex im MyGolfSpy-Test

84–96 mph

Driver-Speed, für die Regular als Startpunkt gilt

50–130 g

Spanne der Schaftgewichte vom Driver bis zum Stahleisen

0

einheitliche Norm für Flex zwischen den Marken

Warum der Schaft immer wichtiger wird

Lange galt der Schlägerkopf als das Wichtigste am Schläger. Seit Launch Monitore in jedem Fitting-Studio stehen, zeigt sich: Der Schaft verändert, wie du den Kopf an den Ball bringst. Und das bei jedem Golfer anders.

  • Im Test von MyGolfSpy schlugen drei Golfer denselben Driverkopf mit Regular, Stiff und X-Stiff. Gewicht, Torque und Biegeprofil waren gleich, nur die Flex war anders. Ergebnis: bis zu 22 Yards Längenunterschied, aber kein einheitlicher Trend.
  • Bei Plugged In Golf testeten sechs Golfer (Handicap 10 bis Scratch) ein Eisen 6 mit drei Flexen auf Trackman. Jeder hatte eine Flex, die klar am besten funktionierte. Ein Spieler gewann 16 Yards Länge und 6 Yards Genauigkeit beim Wechsel von Stiff auf X-Stiff. Zwei Spieler mit 20 mph Unterschied in der Schwunggeschwindigkeit passten beide am besten zu Regular.
  • Bei MyGolfSpy Golf Geeks gewann ein Spieler mit 95 mph durch einen weicheren Regular-Schaft 11 Yards Carry und streute weniger.

Die Kernbotschaft aller Tests: Es gibt keinen „besten“ Schaft. Es gibt nur einen, der zu deinem Schwung passt.

Flex: Was L, A, R, S und X bedeuten

Die Flex beschreibt, wie stark sich der Schaft im Schwung biegt. Je schneller du schwingst, desto steifer darf er sein. Als Startpunkt gilt diese Tabelle für den Driver:

Flex Bezeichnung Driver-Schwunggeschwindigkeit
L Ladies unter 72 mph
A Senior / Amateur 72 bis 83 mph
R Regular 84 bis 96 mph
S Stiff 97 bis 104 mph
X X-Stiff über 104 mph

Quelle: MyGolfSpy Driver Shaft Flex Chart

Ehrlich gesagt

Flex ist nicht genormt. Ein Regular der einen Marke kann sich wie ein Stiff der anderen verhalten (MyGolfSpy). Der Buchstabe auf dem Schaft ist also ein grober Hinweis, keine Messung.

Und zwei Mythen kannst du streichen: Steifere Schäfte sind nicht automatisch genauer, und weiche Schäfte erzeugen nicht automatisch einen Slice. Beides hat der Test von Plugged In Golf widerlegt.

Gewicht: Was die Zahl im Schaftnamen bedeutet

Viele Schäfte tragen eine Zahl im Namen, zum Beispiel 50, 60 oder 70. Sie steht meist für das ungefähre Gewicht in Gramm. Typische Spannen laut Plugged In Golf:

Schaft Typisches Gewicht
Driver, Graphit ca. 50 bis 66 g
Eisen, Graphit ca. 50 bis 90 g
Eisen, leichter Stahl ca. 85 bis 105 g
Eisen, Stahl ca. 105 bis 130 g

Leichter ist nicht automatisch länger. Ein zu leichter Schaft kann den Treffmoment verschlechtern und das Gefühl für den Schlägerkopf nehmen. Ein zu schwerer macht den Schwung mühsam. Schon 10 Gramm Unterschied spüren viele Golfer deutlich. In Tests flogen schwerere Schäfte tendenziell flacher und eher nach rechts, leichtere höher und eher nach links (MyGolfSpy).

Kickpoint: Wo sich der Schaft biegt

Der Kickpoint (Biegepunkt) zeigt, wo sich der Schaft am stärksten biegt. Ein tiefer Kickpoint mit weicherer Spitze sorgt für höheren Abflug und mehr Spin. Ein hoher Kickpoint lässt den Ball flacher und mit weniger Spin fliegen. PING gibt dazu eine Faustregel: 10 Punkte mehr auf seiner „Trajectory Effect“-Skala bringen beim Driver etwa 1/3 Grad mehr Abflug und rund 100 U/min mehr Spin (MyGolfSpy).

Torque: Wie stark sich der Schaft verdreht

Torque misst in Grad, wie stark sich der Schaft im Schwung verdreht. Graphitschäfte liegen meist zwischen 3,5 und 5,5 Grad, Stahlschäfte bei 2 bis 4 Grad. Niedriger Torque fühlt sich fester an und passt eher zu schnellen, kräftigen Schwüngen. Höherer Torque kann langsameren Spielern helfen, die Schlagfläche zu schließen (Golf Monthly). Im Test war der Leistungsunterschied allerdings klein, Torque verändert vor allem das Gefühl.

Schaft-Finder: Welches Profil passt zu dir?

Behind the Swing Tool

Schaft-Finder: Welches Profil passt zu dir?

Vier Fragen, markenunabhängig. Du bekommst einen Startpunkt für Flex, Gewicht, Kickpoint und Torque, den du beim Fitting überprüfen kannst.

Flex-Bereiche nach Driver-Schwunggeschwindigkeit laut MyGolfSpy, Gewichte und Torque-Bereiche nach Plugged In Golf und Golf Monthly. Die Zuordnung über die Driver-Länge ist eine grobe Schätzung der Redaktion. Kein Ersatz für ein Fitting mit Launch Monitor.

Was heißt das für dein Spiel?

  • Miss deine Schwunggeschwindigkeit einmal mit einem Launch Monitor. Das ist der beste Startpunkt für die Flex.
  • Teste mindestens zwei Flexe mit demselben Kopf. Die Tests zeigen: Was für dich am besten funktioniert, lässt sich nicht sicher vorhersagen.
  • Achte auf Treffmoment und Streuung, nicht nur auf den längsten Schlag. Der richtige Schaft macht deine schlechten Schläge besser.
  • Kauf nicht nach Ego. Ein zu steifer Schaft kostet dich vielleicht Länge und Abflug, ohne genauer zu sein.
  • Prüf das Gewicht im ganzen Set. Wer zwischen Driver, Hölzern und Eisen große Gewichtssprünge hat, verliert oft das Gefühl für den Schwung.

FAQ

Regular oder Stiff: Welcher Schaft passt zu mir?

Als Startpunkt gilt: Regular bei 84 bis 96 mph Driver-Schwunggeschwindigkeit, Stiff bei 97 bis 104 mph. Tests zeigen aber, dass Golfer mit gleicher Geschwindigkeit unterschiedlich auf die Flex reagieren. Am sichersten ist ein Fitting mit Launch Monitor.

Bringt ein weicherer Schaft mehr Länge?

Manchmal. In einem Test brachte Regular im Schnitt etwas mehr Länge als Stiff, aber nicht bei jedem Spieler. Weichere Schäfte erhöhen meist Abflug und Spin, was je nach Schwung hilft oder schadet.

Sind steifere Schäfte genauer?

Nicht automatisch. Im Test von Plugged In Golf war dieser Mythos widerlegt: Die Genauigkeit hing davon ab, welche Flex zum Spieler passte, nicht davon, wie steif sie war.

Was bedeutet die Zahl auf meinem Schaft?

Meist das ungefähre Gewicht in Gramm, zum Beispiel 60 für rund 60 Gramm. Dazu kommt oft der Flex-Buchstabe, etwa 6S für rund 60 Gramm in Stiff.

Was ist Torque beim Golfschaft?

Torque ist die Verdrehung des Schafts in Grad. Graphitschäfte liegen meist bei 3,5 bis 5,5 Grad, Stahlschäfte bei 2 bis 4 Grad. Niedriger Torque fühlt sich fester an.

Graphit oder Stahl bei den Eisen?

Stahlschäfte wiegen meist 85 bis 130 Gramm, Graphitschäfte 50 bis 90 Gramm. Graphit hilft vor allem Golfern mit langsamerem Schwung oder Gelenkproblemen, Stahl bevorzugen viele schnelle Spieler für mehr Kontrolle.

Weiterlesen: Gapping: Ballspeed, Peak Height und Landewinkel · Wie weit schlagen Amateure nach Handicap?

Quellen: MyGolfSpy Labs – Are you playing the wrong flex? · MyGolfSpy – Driver Shaft Flex Chart · MyGolfSpy – How the shaft affects performance · Plugged In Golf – Does shaft flex matter? · Plugged In Golf – Shafts 101: Weight · Golf Monthly – What is torque in a golf shaft?

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